Die Drohne als Weihnachtsgeschenk - Das sollten Sie beachten!

Gepostet von Gerd Rosanowske - 27.11.17 13:44

Jetzt beginnt die Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk für die Liebsten. Viele wissen noch nicht genau, was sie verschenken sollen und informieren sich erst mal im Internet über die Produkte die im Moment im Trend liegen und finden auf den vorderen Plätzen der Geschenkideen und Wunschlisten immer eine Drohne.

Multikopter absolut im Trend

Multikopter haben sich in Deutschland zu einem boomenden Freizeittrend entwickelt. Die kleinen Flugroboter stehen bei Anfängern, ambitionierten Hobbypiloten, Modellfliegern, Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Warum? Zum einen: Der große Spaß an der Fernsteuerung des Kopters selbst und zum anderen die gleichzeitige Aufnahme von Bildern und Videos aus der Luft.

Rasante Entwicklung

Die technische Entwicklung der fliegenden Minicomputer ist überaus schnelllebig. Immer wieder werden in der Fachpresse neue Modelle mit neuen Tools und technischen Neuerungen vorgestellt. Die ständige Weiterentwicklung der Miniflieger macht das Fliegen zu einem Kinderspiel. Es ist ein Hobby für jedermann geworden. Der Markt bietet inzwischen Flugmodelle für jeden Geschmack, für jede Altersklasse und für jeden Geldbeutel. Jetzt, besonders im Weihnachtsgeschäft, buhlen die Hersteller mit unterschiedlichen Flugmodellen um die Gunst des einzelnen Kunden.

Im Internet werden die unterschiedlichsten Drohnentypen in jeder Preiskategorie angeboten. Wenn man sich für einen Gerätetyp entschieden hat, lohnt sich auf jeden Fall ein Preisvergleich. Besitzt die Drohne eine „ready to fly“ Funktion, kann bereits am ersten Tag nach der Bescherung die Drohne in Betrieb genommen werden. Das heißt, dass der Kopter bereits nach kurzer Einrichtung zu seinem ersten Flug aufsteigen kann. Mit einer Selfiedrohne lassen sich bereits an den Festtagen beeindruckende Familienbilder aus der Luft anfertigen.

Wichtig vor dem ersten Start!

Drohnen-Haftpflichtversicherung abschließen!

In Deutschland besteht für Drohnen eine Haftpflichtversicherungspflicht. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben. Das heißt: Wer eine Drohne im öffentlichen Luftraum bewegen möchte, benötigt für sein Fluggerät eine Haftpflichtversicherung. Wir empfehlen Ihnen, direkt nach dem Kauf der Drohne eine spezielle Haftpflichtversicherung für das Fluggerät abzuschließen. Hier finden Sie nähere Informationen zur Drohnen-Haftpflichtversicherung.

Drohnen-Verkäufer haben Aufklärungspflicht!

Wer Drohnen verkauft, hat die Pflicht im Rahmen des Verkaufsgesprächs den Endkunden auf die Drohnen-Versicherungspflicht aufmerksam zu machen. Das gilt für Online-Shops genauso wie für Fachhändler vor Ort. Es handelt sich hierbei um eine vertragliche Nebenpflicht des Verkäufers. Leider kommen nicht alle Fachhändler und Online-Shops dieser verpflichtenden und äußerst wichtigen Aufgabe nach, wie eine aktuelle Studie von Michael Ziegler vom Drohnen-Journal belegt.

Private Haftpflichtversicherung reicht nicht aus!

Wer glaubt, die Drohne sei automatisch über die private Haftpflicht abgesichert der irrt!Drohnen gelten als unbemanntes Luftfahrzeug und sind in der Regel nicht automatisch in der bestehenden privaten Haftpflichtversicherung mitversichert. Einige private Haftpflichtversicherer bieten gegen Zahlung einer Zusatzprämie an, eine Drohne als zusätzliches Risiko mitzuversichern. Dennoch sollte hierbei ein ganz wichtiger Aspekt berücksichtigt werden: Die Haftungsart! Für Drohnen gilt die Gefährdungshaftung und nicht wie in der privaten Haftpflicht üblich, die Verschuldenshaftung. Das heisst, im Schadenfall muss nicht zwingend ein eindeutiges Verschulden des Piloten vorausgegangen sein. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass trotz Haftpflichtversicherung nicht alle Risiken abgedeckt sind. Nach dem Luftfahrtgesetz haftet der Drohnenhalter für alle Schäden, die mit der Drohne verursacht werden, ob verschuldet oder unverschuldet. Bei höherer Gewalt, einem Steuerfehler oder einer Windböe für die der Pilot kein Verschulden trägt, besteht in der privat Haftpflicht in der Regel kein Versicherungsschutz. Insofern kann zu einer speziellen Luftfahrthaftpflichtversicherung, die bereits für unter 70 Euro online zu erwerben ist, nur geraten werden.

Welche Angaben benötigen Sie für die Beantragung einer Drohnen-Haftpflicht?

Die Beantragung erfolgt online und ist bereits nach wenigen Minuten abgeschlossen. Sie geben nur an wie viele Drohnen Sie versichern möchten, ob privat oder gewerblich, die Höhe der Versicherungssumme sowie der Hinweis zum jeweiligen Geltungsbereich der Versicherung; ob europaweit oder weltweit. Dazu kommen abschließend die Angaben zur versicherten Person und zur Drohne selbst. Fertig!

Welche Unterlagen müssen beim Drohnenbetrieb ständig mitgeführt werden?

Wenn Sie die Drohne im öffentlichen Luftraum betreiben, sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, einen Versicherungsnachweis für die Drohne mitzuführen. Diesen erhalten Sie nach Antragstellung am darauffolgenden Werktag per Email (R+V und HDI-Versicherung). Die Versicherungspolice wird Ihnen einige Tage später auf dem Postwege zugesandt.

Worauf ist beim Flug zu achten?

Es gibt eine Vielzahl gesetzlicher Vorschriften, die ein Drohnenpilot vor dem ersten Start unbedingt kennen und beim Kopterflug strikt beachten sollte. Dazu zählt:

Drohnen-Kennzeichnungspflicht

Drohnen mit einem Startgewicht von mehr als 250 Gramm müssen mit einer Plakette gekennzeichnet sein, die den Namen und die Adresse des Halters trägt. Mit diesem Hinweis soll im Schadenfall der Drohnen-Eigentümer schnell und unkompliziert ermittelt werden.

Drohnen-Kenntnisnachweis

Für den Betrieb einer Drohne über 2 Kilogramm ist seit dem 01.10.2017 ein sog. Kenntnisnachweis erforderlich. Dieser Nachweis ist erbracht, wenn eine gültige Pilotenlizenz, eine Bescheinigung nach Prüfung (Mindestalter: 16 Jahre) durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle oder eine Bescheinigung nach Einweisung (Mindestalter: 14 Jahre) durch einen Luftsportverein vorliegt. Die Bescheinigungen gelten 5 Jahre. Für den Betrieb einer Drohne auf einem Modellflugplatz ist kein Kenntnisnachweis erforderlich.

Drohnen-Betriebsverbote und Flugverbotszonen

Für Drohnenpiloten besteht ein generelles Flugverbot innerhalb oder in der Nähe von sensiblen Bereichen (über und im seitlichen Abstand von 100 Metern) wie:

  • Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften (Unfallstellen)
  • Mobile Einrichtungen und Truppen der Bundeswehr (Manöver)
  • Menschenansammlungen
  • Katastrophengebieten
  • An- und Abflugbereiche und Kontrollzonen von Flugplätzen
  • Im Umkreis von 1,5 Km um internationale deutsche und Regionalflughäfen

Absolutes Flugverbot besteht über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von:

  • Anlagen der Energieerzeugung (Atomkraftwerke, Heizkraftwerke)
  • Militärische Anlagen und Organisationen
  • Krankenhäusern
  • Justizvollzugsanstalten
  • Industrieanlagen

Flugverbot besteht über und in seitlichem Abstand von 100 Metern von Grundstücken auf denen…

  • Öffentliche Gebäude stehen, wie z.B. Bundes- oder Landesbehörden
  • Verfassungsorgane des Bundes oder der Länder (Parlamentsgebäude)
  • Konsulate, Botschaften, Vertretungen,…
  • Internationale Organisationen
  • Liegenschaften der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden

Absolutes Flugverbot besteht über und in seitlichem Abstand von 100 Metern von:

  • Hauptverkehrswegen (z. B. Bundesautobahnen)
  • Bundeswasserstraßen
  • Bahnanlagen

Verboten ist der Flug über:

  • Naturschutzgebieten
  • Nationalparks

Mögliche Sondergenehmigungen und Ausnahmen können bei den jeweils zuständigen Betreibern, Behörden, Stellen oder bei der örtlich zuständigen Luftfahrtbehörde erfragt werden.

Für Drohnen über 250 Gramm besteht ein generelles Flugverbot

  • über Wohngrundstücken

Unabhängig vom Drohnengewicht dürfen Wohngrundstücke nicht überflogen werden, wenn das Flugobjekt optische (wie z. B. eine Kameradrohne), akustische oder Funksignale empfangen, übertragen oder aufzeichnen kann. Es sei denn, der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte hat dem Überflug ausdrücklich zugestimmt.

Über 100 Meter dürfen Drohnen nur fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis vorliegt.

Auf dieser Website sind im Bereich rechtliches zur Drohnennutzung vorgenannten gesetzlichen Regelungen und Vorschriften, gemäß der neuen Drohnenverordnung vom 07.04.2017, nochmals zusammengefasst.

Lesen Sie auch unseren Drohnenversicherung Blog mit vielen nützlichen und wissenswerten Informationen rund um das Thema Drohne.

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