Privat-Haftpflichtversicherung und Drohnen – bitte unbedingt beachten!

Gepostet von Gerd Rosanowske - 22.05.17 15:35

Viele private Haftpflichtversicherungen inkludieren in Ihren Versicherungstarifen unter „Mitversicherte Einzelleistungen“ auch den Versicherungsschutz für Drohnen. Aber, ist Ihre Drohne bzw. Sie im Schadenfall auch wirklich ausreichend abgesichert?

Worauf Sie bei diesen Tarifen unbedingt achten sollten

Ist die Drohne gemäß den Bedingungen des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) versichert?

In Deutschland besteht seit dem Jahr 2005 für unbemannte Flugobjekte, unabhängig von Größe und Gewicht, Haftpflichtversicherungspflicht. Sie unterliegt den Regelungen über die Haftpflicht für Drittschäden nach den §§ 33 ff. Luftverkehrsgesetz. Das heißt, bei einer speziellen Halter-Luftfahrtversicherung haftet der Luftfahrtversicherer auf Basis der Gefährdungshaftung, auch wenn der Drohnenpilot keine Schuld am Unglück trifft. Die Privathaftpflichtversicherung basiert auf der Verschuldenshaftung, d.h. es besteht nur Versicherungsschutz, wenn der Drohnenhalter das Missgeschick schuldhaft verursacht hat. Ein entscheidendes Kriterium, im Rahmen der Schadensregulierung.

Handelt es ich bei Ihrer Drohne um ein Spielzeug oder ein Flugmodell?

Der Unterschied zwischen einer Spielzeugdrohne und einem Luftfahrzeug ist hinsichtlich des Versicherungsschutzes bis heute nicht eindeutig geklärt! Die neue Drohnenverordnung, die seit dem 07.04.2017 in Kraft ist, kategorisiert Drohnen nur nach Gewichtsklassen und entbindet Fluggeräte unter 250 Gramm von der Kennzeichnungs- und Kenntnispflicht. Dennoch sollte beachtet werden, dass im Schadenfall die Rechtsprechung das Gewicht, die Geschwindigkeit, die Größe und das Gefahrenpotential des jeweiligen Flugmodells zu Grunde legt. Dabei darf bezweifelt werden, dass eine Race-Drohne, die zwar nur 250 Gramm wiegt aber bis zu 80 Kmh schnell sein kann, als gefahrloses Kinderspielzeug eingestuft wird. Nach wie vor ist rechtlich umstritten, was Kinderspielzeug und was Flugmodell ist. Ein eindeutige Regelung der Gesetzgebung fehlt.

Nicht versicherungspflichtige Flugmodelle?

In den Versicherungsbedingungen vieler privater Haftpflichtversicherer wird vorrangig von nicht versicherungspflichtigen Flugmodellen mit und ohne Motor gesprochen! Mit dem Haftpflichtversicherer sollte im Vorfeld geklärt werden, inwieweit speziell für Ihr Drohnenmodell Versicherungsschutz besteht, denn die meisten Drohnen unterliegen der Versicherungspflicht!

Wo besteht Versicherungsschutz?

Wo überall besteht Versicherungsschutz für das Fluggerät? Ausschließlich in geschlossenen Räumen oder auch im öffentlichen Luftraum?

Die Frage nach den versicherten Piloten? (Familien und Single-Deckung?)

Wer ist außer dem Versicherungsnehmer als zusätzlicher Drohnenpilot mitversichert?

Wie hoch ist die Deckungssumme im Versicherungsfall für Sach- und Personenschäden?

In der speziellen Halter-Haftpflichtversicherung für Drohnen sind Deckungssummen von 1 Million Euro (Mindestdeckung) bis 10 Millionen Euro frei wählbar. Wie hoch ist die Deckungssumme Ihrer Privat-Haftpflichtversicherung im Schadenfall mit einer Drohne?

Wird die Drohnen-Haftpflichtversicherung separat dokumentiert?

Wer eine Drohne im öffentlichen Luftraum bewegt, muss gegenüber der Polizei oder den Behörden die Haftpflichtversicherung des Fluggerätes nachweisen können, sonst kann unter Umständen ein Bußgeld drohen. Damit es nicht dazu kommt, stellen Luftfahrtversicherer Ihren Kunden eine separate Versicherungsbestätigung aus. Erhalten Sie diese auch von Ihrem Privat-Haftpflichtversicherer?

Versicherungsbedingungen der Privat-Haftpflicht eingehend prüfen!

Prüfen Sie vor Abschluss einer Privat-Haftpflichtversicherung mit Drohnen-Klausel oder einer Drohnen-Zusatzversicherung die jeweiligen Versicherungsbedingungen genau. Hinweise wie:

„Schäden, die mit einem nicht versicherungspflichtigen Flugmodell mit Motor (Drohne) verursacht werden, können mitversichert sein. Ob Versicherungsschutz besteht, hängt vom Gewicht des Flugmodells ab.“
oder
„Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers wegen Schäden, die durch den Gebrauch ausschließlich von solchen Luftfahrzeugen verursacht werden, die nicht der Versicherungspflicht unterliegen.“
oder
„Versichert ist darüber hinaus die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers wegen Schäden, die durch den Gebrauch versicherungspflichtiger Luftfahrzeuge verursacht werden, soweit der Versicherungsnehmer nicht als deren Eigentümer, Besitzer, Halter oder Führer in Anspruch genommen wird.“
sollten äußerst kritisch beim Privat-Haftpflichtversicherer hinterfragt werden.

Fazit: In sehr vielen Fällen, die das Führen eines Luftfahrzeuges betreffen, werden von der privaten Haftpflichtversicherung nicht alle wichtigen Leistungsmerkmale abgedeckt. Deshalb empfehlen wir den Abschluß einer speziellen Halter-Haftpflichtversicherung gemäß den deutschen Luftfahrtbedingungen (LuftVG).

Prüfen Sie den Versicherungsschutz für Ihr Drohnenmodell genau, bevor es später zu bösen Überraschungen kommt. Da sich die Versicherungsangebote erheblich unterscheiden, sollten Sie Vertragsbedingungen genau studieren oder den zuständigen Versicherungsberater oder Versicherungsmakler einbeziehen. Fragen Sie konkret nach den oben aufgeführten Punkten! Was ist versichert, wie ist es versichert und welche Art der Haftung ist Vertragsgrundlage? Entscheiden Sie grunsdsätzlich anhand der hinterlegten Versicherungsleistungen - alles andere könnte sehr teuer werden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich am besten gleich für eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung von namhaften Luftfahrtversicherungen wie HDI Global SE, R+V oder ZURICH-Versicherung.

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